Bestattungskredit bei schlechter Bonität

Im Grunde ist es so, dass relativ wohlhabende Familien die Bestattungsformalitäten zumindest im finanziellen Bereich geregelt haben. Doch stirbt erst ein Elternteil und das andere muss schließlich in ein Heim, so ist das Vermögen teilweise schnell aufgezehrt. Dies stellt die direkten Angehörigen vor ein Problem, denn im Todesfall sind sie allein in der Pflicht, die Bestattung zu finanzieren. Doch was ist, wenn die eigene Bonität schlecht ist?

Bonität ist nicht gleich Bonität

Bei der Aufnahme eines Kredits, auch eines Bestattungskredits, wird die Bonität des Anfragenden geprüft. Im allerersten Schritt geschieht des durch die Schufa-Auskunft. Hier gilt:

  • Score – die Schufa übermittelt freilich nicht die Einzelheiten, sondern übermittelt dem Kreditgeber einen Score, der in diesem Fall auf die Kreditvergabe ausgelegt ist. Dieser Score wird aus den bisherigen gespeicherten Daten berechnet.
  • Datensätze – je nach Eintragung speichert die Schufa positive und negative Merkmale für einen gewissen Zeitraum. Bei negativen Einträgen sind dies im Regelfall drei Jahre. Der heutige Score kann somit negativ ausfallen, obwohl der Bürger finanziell sehr gut dasteht.

Letztendlich könnte somit ein Lottogewinner des letzten Monats eine schlechte Bonitätsauskunft haben, obgleich sein Konto einen Millionenstand aufweist. Im kleineren Rahmen gilt dies für all die Personen, die für längere Zeit krank oder arbeitslos waren und in der Zeit Zahlungsschwierigkeiten hatten. Haben sie nun wieder einen soliden Job, ist der Ist-Zustand der Bonität unterschiedlich von dem, den die Schufa übermittelt.

Allerdings wissen Kreditgeber das durchaus und lehnen selten allein aus diesem Grund ab. Gerade die Kreditangebote trotz Schufa setzen auf eine gezieltere Prüfung.

Bonität nachweisen beim Bestattungskredit

Auch dieser Schritt unterscheidet sich nicht von normalen Krediten. Jeder Kreditnehmer muss nachweisen, über welche Einnahmen er verfügt. Hat es ein Anfragender erst einmal bis hierher geschafft, steht die aktuelle Bonität im Vordergrund:

  • Einnahmen – Gehaltsabrechnungen werden heute nur noch selten eingereicht. Oft wird auf den digitalen Kontocheck zurückgegriffen, der es dem Kreditgeber für einen Augenblick erlaubt, die Einnahmen der letzten Monate zu prüfen.
  • Sicherheiten – gibt es Sicherheiten? Die Bonität spiegelt diese auch nicht unbedingt wider. Unter Sicherheiten werden sämtliche Werte verstanden, die eventuell eingesetzt werden könnten, wenn der Kredit nicht bedient wird. Gängig sind Autos, Immobilien, aber auch Wertpapiere oder Lebensversicherungen.
  • Zweiter Kreditnehmer – oft hilft es, wenn der Partner mit in den Kredit einsteigt. Das kann als direkter Kreditnehmer oder als Bürge geschehen. Allerdings müssen die Verhältnisse zwischen den Kreditnehmern sehr genau geklärt werden.

Gerade bei Digitalkrediten, die sich auch als Bestattungskredit eignen, sind die Nachweise recht gut und einfach zu erbringen. Der digitale Kontocheck bringt eine Übersicht über die tatsächlichen Einnahmen, weitere Dokumente lassen sich schnell hochladen.

Die Kredithöhe ist entscheidend

In den meisten Fällen müssen Bestattungskredite nicht die gesamte Bestattung abdecken. Oft wird nur eine Restsumme benötigt, wodurch die Kreditaufnahme bei schlechter Bonität wesentlich vereinfacht wird. Aber aus welchen Geldern könnte sich eine Bestattung finanzieren?

  • Guthaben – das Guthaben des Verstorbenen kann für die Beerdigung eingesetzt werden. Allerdings ist hier zu beachten, dass dies mit eventuell weiteren Angehörigen abgesprochen werden muss, sofern diese zu den Erben zählen. Generell ist das Vermögen des Verstorbenen jedoch für die Beerdigungskosten einzusetzen.
  • Rückzahlungen – lebte die verstorbene Person im Altenheim, so werden die für den Restmonat entrichteten Gelder natürlich zurückerstattet. Auch dieser Betrag kann für die Beerdigung aufgewendet werden.
  • Erbe – an dieses können nur einzeln verbliebene Erben heran. Das trifft beispielsweise auf die einzige Tochter, den einzelnen Enkel zu, sofern kein weiterer Erbberechtigter existiert.
  • Versicherungen – eventuell gibt es auch Versicherungen, deren Erträge für die Beerdigung benutzt werden können oder sogar sollten.

Hinterbliebenen ist immer zu empfehlen, sich die Unterlagen des Verstorbenen genau anzusehen. Viele Menschen schließen Versicherungen ab, die den Beerdigungsfall zumindest teilweise abdecken. Ist dies der Fall, ist die schlechte Bonität oft gar nebensächlich, da Beträge von unter 1.500 Euro finanziert werden müssen. Diese Bestattungskredite sind oft gar ohne großartige Sicherheiten erhältlich.