Worauf kommt es bei der Sterbegeldversicherung an?

Die meisten Versicherungen sind darauf bedacht, den Versicherungsnehmer zu schützen. Kfz-Versicherungen, Hausrat- und Haftpflichtversicherungen geben die Marschroute vor. Die Sterbegeldversicherung gehört zu den Kapitallebensversicherungen. Auch diese werden üblicherweise abgeschlossen, um den Versicherten zu Punkt X abzusichern. Nicht jedoch die Sterbegeldversicherung. Wer diese abschließt, der erhält faktisch nichts. Zumindest nicht zu Lebzeiten, denn der Tod des Versicherungsnehmers ist der Anlass zur Auszahlung. Dieser Artikel erklärt, für wen sich die Versicherung eignet und worauf es ankommt.

Wer sollte eine Sterbegeldversicherung abschließen?

Generell kann die Sterbegeldversicherung überwiegend den Menschen geraten werden, die schon zu früheren Lebzeiten wissen, dass das eigene Vermögen einst nicht nur nur schwerlich eine Beerdigung abdecken wird. Dasselbe gilt für diejenigen, die davon ausgehen, dass auch die Nachkommen nicht über viel Vermögen verfügen und somit das teils spärliche Erbe nicht noch für eine Bestattung genutzt werden soll. Grundsätzlich gilt:

  • Empfänger – das ist üblicherweise der Bestatter, denn er fordert die Gelder der Sterbegeldversicherung an.
  • Begünstigte – auch hier kommt der Bestatter ins Spiel, wobei natürlich auch Nachkommen die Gelder erhalten können, wenn diese sie anfordern. Das Geld geht größtenteils dennoch in die Beerdigungskosten.
  • Vorteile – eine Sterbegeldversicherung ist nicht angreifbar. Das bedeutet, dass der Staat nicht auf diese Gelder zurückgreifen kann, wenn beispielsweise eine nicht vollständig finanzierte Heimunterbringung ansteht. Sparguthaben darf angegriffen werden, Sterbegeldversicherungen nicht.

Die Sterbegeldversicherung ist günstiger, je eher sie abgeschlossen wird. Doch selbst im höheren Alter mit Vorerkrankungen sind die monatlichen Kosten durchaus überschaubar. Es gibt etliche Modelle, die Sterbegeldsummen mit bis zu 10.000 Euro bieten, monatlich aber dennoch nur 20,00 Euro kosten.

Worauf sollte bei der Sterbegeldversicherung geachtet werden?

Worauf es bei der Sterbegeldversicherung ankommt, hängt auch mit dem Zeitpunkt des Abschlusses zusammen. Oft ist die Einzahlungsphase auf 25 Jahre beschränkt, was im jungen Alter zu sehr günstigen Beiträgen führt. Dabei hat die Sterbegeldversicherung keinen Einfluss auf die eigene Altersvorsorge, was positiv für den eigenen Todesfall ist, nicht aber für die eigene Rente. Andererseits: Private Vorsorgen können angegriffen werden, wenn Sozialleistungen in Anspruch genommen werden müssen. Bevor die Sterbegeldversicherung abgeschlossen wird, gilt:

  • Vergleichen - die Angebote sollten immer miteinander verglichen werden. Hier ist besonders rund um die Laufzeit, Beitragszahlung, aber auch die Absicherung aufzupassen.
  • Berechnung - die Sterbegeldversicherung sollte berechnet werden. Da während der Einzahlungslaufzeit monatlich oder jährlich Beiträge geleistet werden, sollte geprüft werden, ob diese Beiträge die versicherte Summe übersteigen. Ist dies der Fall, ist eine andere Sterbegeldversicherung sinnvoller.
  • Sperrfristen - dies ist gerade im höheren Alter oder bei einer Krankheit zu beachten. Sperrfristen bedeuten, dass nach Abschluss bis zu Punkt X keine Auszahlung der Leistung erfolgt, sollte ein Todesfall eintreten. Wer nun während einer schweren Erkrankung oder im hohen Alter eine Sterbegeldversicherung mit Sperrfrist abschließt, läuft Gefahr, dass die Angehörigen dennoch nicht auf die Gelder zurückgreifen können.
  • Eintritt - wichtig ist, dass die Sterbegeldversicherung keine Todesarten ausschließt. Suizide sollten ebenso abgedeckt sein wie Unfälle oder Krankheiten. Gute Sterbegeldversicherungen versichern schlichtweg den Tod.
  • Übertragbar – die Sterbegeldversicherung sollte eine Übertragung an einen Bestatter im Rahmen eines Bestattungsvorsorgevertrags erlauben. Noch ermöglicht nicht jeder Versicherer diese Vorsorge, obwohl sie mittlerweile zur üblichen Vorsorge mit dazugehört.

Gute Sterbegeldversicherungen agieren vollständig ohne eine Gesundheitsprüfung oder greifen auf eine sehr vereinfachte Form zurück.

Was zu bedenken ist

Eine Sterbegeldversicherung ist weder eine Altersvorsorge noch eine Kapitalanlage. Der Versicherungsnehmer hat keinerlei Zugriff auf die versicherte Summe. Das ist wie bei einer Risikolebensversicherung, wenn der Versicherte vor Ablauf stirbt. Die Nutznießer sind einzig Hinterbliebene, doch dies ist bei der Sterbegeldversicherung auch der Sinn: Der Versicherungsnehmer sichert seine Angehörigen vor den hohen Kosten der Beerdigung ab.