Welche Kosten kommen bei einer Beerdigung auf mich zu?

Beerdigungskosten lassen sich pauschal nicht beziffern. Sie sind regional unterschiedlich, doch selbst innerhalb einer Stadt gibt es Preisunterschiede. Zudem ist natürlich die Frage nach der Art der Beerdigung entscheidend. Eine anonyme Bestattung ist immer günstiger als die in einem Doppelgrab oder gar einer Gruft. Grundsätzlich gilt:

  • Friedhöfe – bei ihnen gibt es markante Unterschiede, wie die Kosten für einzelne Gräber berechnet werden. Städtische Friedhöfe sind oft günstiger als die von Kirchengemeinden.
  • Grabstätten – ein kleines Grab kostet weniger als ein großes. Hinterbliebene müssen sich hier schon die Frage stellen, ob dieses Grab später für weitere Angehörige erweitert werden soll. Viele Paare wünschen, auch im Tod zusammen zu sein. Doppelgräber sind somit keine Seltenheit. Urnengräber gibt es im Einzel- und im Viererformat.
  • Bestattungsart – die teuerste Bestattung ist die gewöhnliche Erdbestattung im Sarg. Die benötigte Fläche ist größer, zudem wird natürlich angesichts der Aufbahrung und der Beisetzung ein schöner Sarg gewählt. Bei Feuerbestattungen entfallen hingegen – wenn gewünscht – die Kosten eines schönen Sargs, dafür müssen Krematorium und Urne bezahlt werden.
  • Ablauf – auch er ist ein Kostenfaktor. Umso mehr die Bestattung letztendlich zelebriert wird, desto höher sind die Kosten. Bei einer Aufbahrung mit angeschlossener Trauerfeier müssen nicht allein die Örtlichkeit gemietet werden, auch die Dekorationen verursachen Kosten.

Die durchschnittlichen Kosten einer Beerdigung werden von vielen Seiten mit 7.000 bis 11.000 Euro angegeben. Feuerbestattungen sind günstiger, aufwendige Bestattungszeremonien teurer.

Kann ich mir die Bestattung leisten?

Diese Frage stellen sich die meisten Hinterbliebenen, wenn sie mit der Beerdigung eines Verstorbenes beauftragt sind. Günstig ist eine Bestattung nie, doch wissen dies auch Bestatter. Es gilt:

  • Ansprechen – es ist nicht verwerflich, den Bestatter mit der Kostensorge zu konfrontieren. Diese Sorge wird häufig geäußert und seriöse Bestatter suchen gemeinsam mit dem Hinterbliebenen einen Weg.
  • Versicherungen prüfen – viele Verstorbene hatten zu Lebzeiten schon entsprechende Sterbegeldversicherungen abgeschlossen. Doch auch andere Versicherungen eignen sich mitunter, um die Beerdigung zu finanzieren.
  • Heimkosten – war der Verstorbene in einem Pflegeheim untergebracht und unterhielt die Heimkosten zum Teil aus eigenen Mitteln, so steht vielfach eine Rückzahlung der für den Todesmonat zu viel bezahlten Beträge an. Auch diese können direkt vom Bestatter angefordert werden.
  • Finanzierungen – natürlich können Bestattungen über einen Kredit finanziert werden. Dabei handelt es sich in der Regel um reine Ratenkredite, die nicht zweckgebunden sind. Vermehrt gibt es jedoch auch spezielle Bestattungskredite, die, ähnlich dem Autokredit, einem Zweck verbunden sind.

Nicht jeder Hinterbliebene ist selbst kreditwürdig. Doch auch in diesem Fall gibt es durchaus Möglichkeiten, die Bestattung ordentlich zu realisieren. Zum einen greift in Härtefällen mitunter der Staat, auch entferntere Verwandte können mit ins Boot geholt werden. Viele Bestatter bieten sogar Ratenzahlungen an, um die Kostenlast zu senken.

Rechtlich verhält es sich übrigens so, dass das Erbe der verstorbenen Person für die Bestattung aufgewendet werden muss, sofern keine anderen Möglichkeiten gefunden werden. Bei komplizierten Erbschaften kann dies natürlich zum Streit führen. In diesem Fall ist die Finanzierung über einen Kredit nur ein Zwischenschritt, denn der Kredit kann mit der endgültigen Auszahlung der Erbschaft beglichen werden.